Beeziehungsgeflecht um Beziehungsgeflecht

Foto: Claudia Sarrazin
Foto: Claudia Sarrazin

Bissendorf. Das Schauspielerehepaar Christiane Leuchtmann und Hans Peter Korff gastierte mit ihrer szenischen Lesung „Zähne einer Ehe“ auf Einladung des Kulturvereins Bissendorf (Kubiss) im Hof Wamhoff in Schledehausen.

Einen kurzweiligen Abend erlebten die Besucher einer szenischen Lesung, mit der Christiane Leuchtmann und Hans Peter Korff derzeit deutschlandweit in Kulturhäusern auftreten. Im Mittelpunkt stehen dabei: Beziehungsgefechte um Beziehungsgeflechte. Obwohl Sturmtief Xavier den beiden die Anreise erschwert hatte, präsentierten sich die beiden Schauspieler in Schledehausen ebenso wortwitzig und wie charmant. Mitgebracht hatten die beiden humorvolle Texte unter anderem von Erich Kästner, Joachim  Ringelnatz, Eugen Roth, Kurt Tucholsky, Christian Morgenstern, Heinz Erhard, Heinrich Heine, Loriot,  Heino Jaeger und Dietmar Wischmeyer.

Kontrast, der ankam

Die Inszenierung der beiden Schauspieler lebte unter anderem davon, dass Leuchtmann mit Stimmgewalt und Lebhaftigkeit punktete, während Korff sich zurückhaltend und trocken – ebend typisch norddeutsch – gab. Als er jedoch „das Liebesleben der Wildschweine“ von Christian Mainitz rezitierte, bekamen die Zuschauer einen Eindruck davon, dass Korff durchaus aus sich raus kommen kann.

Dialekte und Lacher

Anschließend hielt er sich wieder mehr zurück, während Leuchtmann zum Beispiel bei Tucholskys „Löcher im Käse“ den einzelnen Personen nicht nur mittels verschiedener Dialekte und mit viel Schauspielfreude Ausdruck verlieh. Die Geschichte beginnt mit der Frage eines Kindes, wie die Löcher in den Käse kommen. Sie endet mangels vernünftiger Erklärung mit vier Privatbeleidigungsklagen, zwei umgestoßene Testamente, einem aufgelösten Soziusvertrag, drei gekündigte Hypotheken, drei Klagen um bewegliche Vermögensobjekte, konkret einem gemeinsamen Theaterabonnement, einen Schaukelstuhl und einem elektrisch beheizbaren Bidet sowie Räumungsklage des Wirts. Während Leuchtmann die Geschichte vortrug, kicherte und lachte das Publikum vergnügt. Korff indes schmunzelte in sich hinein und blickte belustigt durch seine Brille in den Zuschauerraum.

Begeistertes Publikum

„Einfach wunderbar“, fand Renate Quast-Russel die Lesung. Besonders gefiel ihr: „Der Kontrast zwischen ihm, der so ganz trocken ist. Und ihr, die so temperamentvoll ist.“ Auch Charlotte Quast war von Leuchtmann beeindruckt: „Mich begeistert ihre Mimik und ihre Gestik.“ Johannes Behrens hingegen bezog sich auf die Texte und fand: „So manches Sarkastische spricht aus dem Alltagsleben.“ Hans-Dieter Lührmann wiederum lobte: „Das Ambiente ist etwas besonderes, und die Atmosphäre relativ ungezwungen.“ Apropos ungezwungen: Obwohl Leuchtmann und Korff gleich beim ersten Kästner-Gedicht auch die ersten Lacher verzeichnen konnten, taute das Publikum nach der Pause deutlich auf und forderte am Ende mit seinem Applaus gleich mehrere Zugaben ein.

Christiane Leuchtmann spielte an großen Bühnen Theater, wirkte in einer Reihe von TV-Produktionen mit und ist Hörspiel- und Hörbuchsprecherin. An Hans Peter Korff erinnern sich viele noch als Familienvater Siggi Drombusch in der Serie „Diese Drombuschs“. Außerdem stand er für Loriots „Papa ante Portas“ (1991) und  „Freistatt“ (2015) vor der Kamera. Gemeinsam feiert das Künstlerehepaar in diesem Jahr Silberne Hochzeit.

Christiane Leuchtmann spielte an großen Bühnen Theater, wirkte in einer Reihe von TV-Produktionen mit und ist Hörspiel- und Hörbuchsprecherin. An Hans Peter Korff erinnern sich viele noch als Familienvater Siggi Drombusch in der Serie „Diese Drombuschs“. Außerdem stand er für Loriots „Papa ante Portas“ (1991) und  „Freistatt“ (2015) vor der Kamera. Gemeinsam feiert das Künstlerehepaar in diesem Jahr Silberne Hochzeit.

Text 10.Okt. 2017 Claudia Sarrazin