Kindertheater Cis

Foto: Johanna Kollerz
Foto: Johanna Kollerz

NOZ vom 14.07.2015

Bissendorf. In der Aula der Grundschule Wissingen ist das Kindertheater Cis zu Gast. Hätten die Zuschauer des Märchenstücks, das hier auf Einladung des Kulturverein Bissendorf (KuBiSS) gespielt wird, selbst drei Wünsche frei, dienten diese angesichts der drückenden Hitze sicher alle einem Zweck: Möglichst schneller Abhilfe – vielleicht durch eine kalte Dusche, Klimaanlage oder eine Familienpackung Eis.

„Wir haben erst überlegt, die Veranstaltung abzusagen. Hier drinnen ist es aber noch recht angenehm“, begrüßt die KuBiss-Vorsitzende Angelika Rothe die knapp zwanzig Zuschauer, die den Weg trotz Hitze finden. Katja und Ramiz Tekbas kommen mit ihren Söhnen Luke (4) und Lio (6) erst kurz vor Beginn der Vorstellung an – und das sogar mit dem Fahrrad.

Rustikal gestaltetes Bühnenbild

Nach dem Einsetzen sanfter Klavierklänge betritt das Schauspielpaar Lisa und Waldemar Winter das rustikal gestaltete Bühnenbild: ein kleines Haus tief im Wald, in dem der Holzfäller und seine Frau recht einfach ausgestattet, aber glücklich und zufrieden leben. „Ich habe die Lösung. Nimm zwei Holzeimer und mache sie nur bis zur Hälfte mit Wasser voll. In jeder Hand einen halb vollen Eimer. Das ist dann nicht mehr so schwer“, rät Waldemar Lisa, die vor Rückenschmerzen stöhnend von einer Wasserrohrleitung schwärmt.

Drei Wünsche frei

Beim Schnitzen und Stricken stimmt das Pärchen ein kleines Geburtstagslied an: Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben – wo ist nur das Jahr geblieben“ tönt es fröhliches durch Wald, am Tag bevor Waldemar mit seiner Axt eine Tanne mit einem großen Loch fällen will. Während der Pilzsuche durch den Geruch von Menschenfleisch aufgescheucht, blicken alsbald die beiden Waldmännchen Bifur (Alexandra Winter) und Bamburei (Katharina Winter) aus dem hohlen Stamm heraus und bitten den Holzfäller eindringlich, ihre Wohnung zu verschonen. Als Dank dafür versprechen sie, ihm drei Wünsche zu erfüllen.

Drama nimmt seinen Lauf

Als der Holzfäller aufgewühlt von der Begegnung zu seiner Lisa heimkehrt, nimmt das Drama seinen Lauf. „Jetzt bleib mal auf dem Holzboden“, rät diese ihrem Mann, der schon von schicken Kleidern, einer neuen Axt und weiteren Annehmlichkeiten des Lebens träumt. Das Abendessen auf dem Tisch, will die misstrauische Ehefrau kurz darauf testen, ob die Waldmännchen nicht doch die Wahrheit gesprochen haben.

Mit den Worten: „Ich wünsche mir ein paar deftige Würstchen zu unserer Linsensuppe“, vergeudet sie unüberlegt den ersten Wunsch. Einem noch kurz zuvor erfolgten Freudentanz folgt der nicht minder unüberlegte Ausspruch Waldemars: „Ich wünschte die Würste hingen Dir an der Nase!“.

Wilde Jagd

Um die Würste loszuwerden, beginnt alsbald eine wilde Jagd. Schlussendlich gibt nur einen Ausweg, den unliebsamen Nasenschmuck wieder los zu werden. Doch wie es für Märchen üblich ist, wird auch in diesem Stück nach den Gebrüdern Grimm am Ende wieder alles gut – dank grundlegender Zufriedenheit.

„Wunderbar, das war schön!“, entfährt es Doris Kohrmeyer, die mit ihren Enkelkindern Emma (3) und Moritz (6) nach Wissingen gekommen ist. Sichtlich betrübt berichtet das Schauspielerpaar nach dem mit viel Musik in Szene gesetzten Märchenstück: „Am 20. Dezember spielen wir noch einmal im Kulturhaus Tecklenburg. Danach haben wir ein Aufführungsproblem, weil unsere älteste Tochter freiwillig zur Bundeswehr geht.“