Renate Berger

Geboren 1943
wohnhaft in Bohmte
veröffentlichte 2012 ihre Lebensgeschichte in dem Buch:
„Leben und Liebe zweier Kriegskinder“
Sie verfasste Gedichte  und Kurzgeschichten und hielt szenische Lesungen
auch mit anderen Autoren und Künstlern Seit 2013 drückt sie ihre Phantasie auch in Bildern aus, sie betreibt aktiv die Hobbymalerei,
in Acryltechnik in sehr unterschiedlichen Stilarten.
Bislang mit mehreren  Ausstellungen in Bohmte  und
Im Haus Lechtenbrink in Bissendorf, sowie im Rathaus Bersenbrück.
Seit zwei Jahren aktiv in der Osnabrücker Theatergruppe
„Silberdisteln O2“

Kontakt

05471 - 4926

 

Ballade von einem Segler im Sturm
den Naturgewalten ausgeliefert .

Der Zweikampf auf See.

Die Segel gebläht, sein Boot rauscht dahin,
zerschneidet die Wellen, sein Glück liegt darin.
Die Gischt sie sprühet, die Brise ist steif,
die Wangen sie glühen, für`s Glück ist er reif.

Doch Neptun fühlt sich heraus gefordert,
er hat die Macht er hat sie geordert,
die kräftige Stimme zum Sturm erhoben,
lässt er die Wogen mit Wildheit toben.

„Ich mach jetzt ein Spiel auf Leben und Tod,
wenn du verlierst, sinket das Boot.“

Es erhebt sich das Wasser mit lautem Gebrüll
nie mehr stehen die Wogen still.
Es toben die Wellen , sie stürzen herab,
jed` eine will das nasskalte Grab. 

Heben sie ihn auch Himmel-Haus hoch,
um ihn zu schmettern ins drohende Loch.
er fasst das Steuer mit eiserner Faust,
er will nicht verlier`n, selbst wenn Neptun so braust.

Er kämpft mit Mut und Verzweiflung dazu,
das Toben des Meeres raubt jegliche Ruh`.
Das tosende Wasser, der brüllende Sturm,
die spritzende Gischt so hoch wie ein Turm.

Ertrinken soll er in diesem Wahn,
ertrinken in seinem so winzigen Kahn.

Als Mensch geboren, hat er ein Leben,
nur das eine, das kann, das will er nicht geben.

Wieder jaget das Boot in den Schlund,
weit geöffnet ist Neptuns riesiger Mund.
Er will ihn verschlingen, er lässt es nicht zu,
reiß das Steuer herum , entfliehet im nu.

Stunde um Stunde, die Wolken sie fetzen,
will Neptun ihn zu Tode hetzen ?
Es greift nach ihm das brodelnde Wasser, 
„Neptun du teuflischer Segler Hasser !„

Mit greifender Hand will fassen sein Boot,
will bringen ihm den nasskalten Tod.
Noch einmal versucht er´s, die Strudel sie reißen,
wie brüllende Löwen, das Boot zerbeißen.

Als die salzigen Wasser im Munde zergeh`n,
schreit er hinaus, auch wenn Worte verweh`n:

„Ich geb` es nicht her, das Boot ist mein ,
die offene See und die Tiefe ist dein.
Mein Wille zum Leben ist stärker als du,
gib endlich auf , lass mich in Ruh`!
Erlösche den Sturm ,glätte die Wogen,
genug Schiffe hast du nach unten gezogen.

So glaube  mir , du wirst nicht gewinnen,
mit Mut und Kühnheit werd` ich entrinnen.
Ich  gebe es zu, du bist mächtig und groß,
nur friedlich, hörst du? beglückt mich dein Schoß.“

Neptun ist gnädig, er ziehet fort,
fort von diesem so tobenden Ort.
Der Sturm hat sich zum Winde gelegt ,
des Seglers Herz vom Sieg angeregt.

Als er sich weit genug entfernt,
hat der Segler aus seinem Verhalten gelernt,
nur wenn du kämpfst, so kannst du  siegen,
kämpfst du nicht, wirst du unterliegen.

Die Segel gebläht, das Boot rauscht dahin,
zerschneidet die Wellen, sein Glück liegt darin.
Die Gischt sie sprühet, die Brise ist steif,
die Wangen sie glühen, für`s  Glück ist er reif.