Renate Berger

Mordkuhlenberg

Vor vielen hundert Jahren
gefährlich war`s durchs Land zu fahren,
berüchtigste  Route durch das Land sich zwischen Damme und Steinfeld fand.
Im dichten grünen Tannenwald hauste ne` Räuberbande.
Deren Gemüt grausam und eiskalt, lebten von Raub und Stehlen.
Überfielen Kutschen , Händlerwagen,
wehrten sich Leut`, wurden sie erschlagen.
Zum Fürchten diese Räuberbande,
bärtige Gesellen, stark wie Erz, kannten kein mitleidig Herz.
In düsterer Höhle schliefen sie, hatten viel zu verbergen,
loteten aus listige Dieberei, schlugen Händler tot, war ihnen einerlei.
Kam ein Wagen den Berg hinauf so steil,
spannte über den Weg ein Stolperseil, bis das Gefährt in den Graben rollt,
Räuber schmutzig lachten, sie hatten es gewollt.
Bemächtigten sich teurer Fracht, die Menschen einfach totgeschlacht`,
feierten fetten Raub mit garstigem Gejohle
sie fraßen, soffen, lachten, höhnten oft teuflisch in den Höhlen.
Konnte jemand ihnen entfliehen,
wollte nie mehr dieses Weges ziehen, war froh ihnen entwichen! ------------
Ein frommes Mägdlein ging im Wald
arglos Blaubeeren zu pflücken,
da packt ein böser Räuber sie, mordlustig in den Blicken.
Er bringt das Kind in düsteres Loch zu seinen Saufkumpanen,
die Arme jammert:“lasst mich leben
bin jung und fleißig, will alles geben, seid nicht solche Barbaren!“
Die Räuber kümmerte das einen Dreck, wurde eingepfercht in ihr Versteck,
sperrten sie sieben Jahre ein, in ihre geheime Höhle.
So grausam war gar diese Zeit, zu entfliehen keine Möglichkeit.
Jahr für Jahr gebar sie ein Kind, die Rabauken schlugen es tot geschwind,
hängten die Kindesleich an einen Ast, tranken johlend darauf Räuberschnaps,
Das Mädchen sah ihr Leben am seidenen Faden schweben.
Voll Heimweh bat zum Herzerweichen die Magd einmal um ein Zeichen,
für Ihre Arbeit statt nen` Lohn um Ausgang zu dem Kirchendom.
Sie schwor dafür den heilgen Eid, zurückzukehren in die düstere Heid,
es wurde ihr gewähret.----------
Zu Ostern, an der Kirche dann, die Christen sahn sie befremdlich an,
weinte die seltsam Maid , in ihrem groben Kleid:
„Ich heiße Anna Maria Wieferich, woher ich komme sage ich nicht.
Verschwunden bin ich sieben Jahr, siebenmal ich ein Kind gebar.
Nun steh ich hier in meiner Not, alle Kindlein schlug man tot.
Wohin ich geh` muss ich verschweigen,
die Erbsen werden den Weg euch zeigen!“
Spitzt die Ohren der Gendarm, auch der Pastor schlug Alarm,
auszurotten böse Meute, “Männer, Gelegenheit ist heute.“
Stürmten die Berge mit Knüppeln und Gewehr,
fanden die grausig Höhle, sie war nicht leer.
Darin lag kostbar Beute, aus langer Räuberei,
Schinken, Wein und Proviant,
Dukaten, Schätze, Gold und Silbertand.--------
Die bösen Unholde wurden gefangen, in Osnabrück dann aufgehangen !
Im Mordkuhlenberg ist manch ein Loch,
Vorsicht, die Geister spuken immer noch!

Renate Berger.